About

„Steht alles wechselseitig in Beziehung? Nicht unbedingt. Wir wissen nicht, was miteinander verbunden und verwoben ist. Wir tasten uns voran, wir experimentieren, probieren Dinge aus. Niemand weiss, wozu eine Umwelt in der Lage ist.“

„Is everything interrelated? Not necessarily. We don’t know what is connected and interwoven. We grope our way forward, we experiment, we try things out. No one knows what an environment is capable of.“

Bruno Latour: Modernisierung oder Ökologisierung? Das ist hier die Frage, in: ARCH+, Nr. 196/197, 2010, S. 18.

Contextstudy konzentriert sich auf die Künste und die Kunstwissenschaften. Hier werden die Künste und die Kunstwissenschaften in ihren Kontext, in ihre Kontexte gestellt.

Anhand der Untersuchung künstlerischer, theoretischer und historischer Produktionen sollen der Begriff, das Konzept und die wirksamen Operationen des „catch-all term“ Kontext geschärft werden.

Anliegen von contextstudy ist, unsere künstlerischen, theoretischen und historischen Untersuchungsgegenstände wie auch unsere epistemischen Rahmungen – und nicht zuletzt auch uns Wissenschaftler*innen in dem Kontext unter anderem von Institutionen, Methoden und Medien zu begreifen.

Damit wird von ökologisierenden, nämlich kontext- beziehungsweise umweltgebundenen oder auch umweltlichen Relationalitäten ausgegangen.

Bei der vorangenommenen und vorausgesetzten Text_Kontext-Differenz handelt es sich um einen explizit relationalen Ansatz, mit dem ein In-Beziehung-Setzen stattfindet. Dies umfasst auch die epistemische Praxis und mit ihr wiederum auch ihre beziehungsweise unsere Verantwortung im forschungspolitischen Handeln.

Dieser relationale Ansatz findet transitiv (die Systeme durchlaufend) und transversal (quer die Systeme durchziehend) statt und wird dadurch auch zu einem Sich-In-Beziehung-Setzen.

Contextstudy praktiziert damit einen ökologisierenden Blick, der wiederum eine Wissenschaftsethik von Alterität und Differenz herstellt.

Birte Kleine-Benne, 04/2021